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Stellungnahme der Fachschaft 1b zum Zeitfenstermodell Als gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Studierenden der Fächer Geschichte, Philosophie, evangelische sowie katholische Theologie sind wir uns bewusst, dass es im Interesse aller Studierenden liegt, dass ein möglichst unkompliziertes Studium in den veranschlagten Regelstudienzeiten ermöglicht werden muss. Ebenso ist uns bewusst, dass die Akkreditierung des neuen Lehramtsstudienganges ein weitestgehend überschneidungsfreies Studieren verlangt. Trotz dieser Erkenntnisse gibt es verschiedene Punkte, die wir als gewählte Vertreterinnen und Vertreter bei der Einführung des Modells sowie zum Zeitfenstermodell an sich zu denken geben möchte. Zur Einführung des Modells: Wie uns auch von Seiten der Dozierenden in unseren Fächern rückgemeldet wurde, laufen die Überlegungen zur Einführung des Modells erst seit letztem Winter. Es gab zwar die Gelegenheit für die Lehrenden der Universität Duisburg-Essen ihre Ideen und Vorschläge mit einzubringen, jedoch wurden die studentischen Vertreter nicht informiert. Sämtliche Fachschaften wurden in diesem Prozess übergangen. Wären wir nicht von Seiten unserer Dozenten darauf hingewiesen worden, dass es eine weitere Informationsveranstaltung (wohlgemerkt die dritte am 14. März) stattfindet, wären wir nicht informiert gewesen. So lag es an Mitgliedern unseres Fachschaftsrates die anderen Fachschaften über die Pläne zu informieren. Ein solches Übergehen der studentischen Vertreterinnen und Vertreter in einem so wichtigen und in das universitäre Leben so sehr eingreifenden Prozess kann nicht im Interesse des Rektorats liegen. Für uns bleibt auch offen, warum eine Einführung des Zeitfenstermodells nun so schnell geleistet werden muss. Eine Einführung zum Wintersemester 2011/2012 stellt alle Fächer vor große Verwaltungsaufgaben, die gerade bei den geringeren personellen Kapazitäten der „kleinen“ Fächer eine Mehrbelastung herbeiführt, die für die Studierenden bemerkbar wird. Durch eine bessere Kommunikation bei der Planung des Modells hätte dies bereits vermieden werden können. Zum Modell an sich: Wie bereits erwähnt, begrüßen wir es, dass versucht werden soll, ein zügiges und geregeltes Studium innerhalb der veranschlagten Studienzeit zu absolvieren. Welcher Studierende kennt es nicht, dass man wegen einer Überschneidung zweier Kurse den einen in einem späteren Semester belegen muss. Jedoch möchten wir gerne anmerken: Das Zeitfenstermodell ist von montags 8.00 Uhr bis freitags 20.00 Uhr geplant. Viele unserer Studierenden wohnen nicht in Essen und nehmen zum Teil eine zweistündige oder sogar noch längere Anfahrt auf sich, um an Seminaren und Vorlesungen teilzunehmen. Dies wird von Seiten der Universität häufig verkannt. Duisburg-Essen ist ein Pendleruni. Selbstverständlich ist es Studierenden auch mal zuzumuten, dass eine Veranstaltung um 8.00 Uhr beginnt bzw. 20.00 Uhr endet, jedoch ist das auf die Dauer gesehen keine Lösung. Viele Studierende werden gerade die Veranstaltungen in den Randzeiten nicht besuchen können, da eine An- bzw. Abreise nicht organisierbar ist. Viele Studierende sind, auch trotz des Wegfalls der Studiengebühren, dazu gezwungen, neben ihrem Studium einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Durch eine solche durchgeplante Woche, wie es das Zeitfenstermodell vorsieht, haben die Studierenden kaum noch Gelegenheit ihrem Nebenjob nachzugehen. Ganz gravierend wird dies besonders für die Studierenden der Lehramtsstudiengänge, wenn sie ihre Praktika im Semester absolvieren müssen. Wenn sie einen Tag in der Woche frei haben und für das Praktikum entbehren können, besteht immer noch das Problem, dass die Schulen gezwungen werden, alle Studierenden an diesem Tag zu betreuen. Ein Aufwand, dem keine Schule gerecht werden kann. Andere Behauptungen gehen an der Realität der Studierenden vorbei. Eine solche Strukturierung der Veranstaltungen führt noch mehr zu einer Verschulung des Studiums. Studierenden sollte die Möglichkeit geboten werden nach Interessen Kurse zu belegen. Sie sollten des Weiteren dazu angehalten werden, eigenständig ihr Studium organisieren zu können. Zwar erleben wir es in jeder Beratungssituation mit Erstsemestern, dass nach einem konkreten, vorgegebenen Stundenplan gefragt wird, aber dies kann doch nicht das Ziel eines Studiums sein. Wenigstens im Studium müssen junge Erwachsenen doch lernen, was heißt für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und ihr Leben selber in die Hand nehmen zu können. Vorgaben wie das Zeitfenstermodell machen junge Menschen nicht zu selbstdenkenden Wesen. Dies sollte aber doch ein Ziel universitärer Bildung sein. Bei dem Modell wurde nicht darauf Rücksicht genommen, dass es Zeiträume für die universitäre Selbstverwaltung geben muss. Das betrifft zum einen Konferenzen in den Instituten und Fakultäten, aber auch die studentische Selbstverwaltung. Fachschaftsräte und das Studierendenparlament benötigen ebenfalls Zeit zu tagen. Aufgrund des vollen Stundenplanes wird es kaum möglich sein, Treffen zu organisieren, geschweige denn Studierende dazu anzuregen, in den Gremien studentischer Selbstverwaltung und Mitbestimmung zu arbeiten. Studentisches Leben sollte ebenfalls nicht nur durch den Besuch von Pflichtveranstaltungen geprägt sein. Dazu gehören auch die Möglichkeit der freiwilligen Teilnahme an Veranstaltungen oder ein Besuch zusätzlicher Veranstaltungen wie Kolloquien und Vorträgen. Entweder finden solche Veranstaltungen nach 20.00 Uhr statt, mit der Auswirkung das kaum ein Studierender anwesend sein wird, da ein langer Tag bereits zurückliegt, der lange Heimweg angetreten werden muss oder die besuchten Veranstaltungen nachgearbeitet werden müssen. Oder für die zusätzliche Veranstaltung muss auf eine reguläre verzichtet werden, was aufgrund der Anwesenheitspflicht in Seminaren nur bedingt und in geringem Maße möglich ist. Am gravierendsten fällt uns jedoch auf, dass es von Seiten der Universitätsleitung in Kauf genommen wird, dass bestimmte Kombinationen (gerade mit „kleinen“ Fächern, wie diejenigen, die wir als Fachschaftsrat 1b vertreten) nicht innerhalb der vorgesehenen Studienzeit abgeschlossen werden können. Es kann nicht sein, dass sich eine Universität so der Möglichkeit beraubt, Studierende einer bestimmten Fächerkombination für den Studienort Duisburg-Essen anzuwerben. Gerade für Studierende mit Kind stellt das Zeitfenstermodell eine große Herausforderung dar. Die wenigstens haben die Möglichkeit eine Betreuung ihrer Kinder bis 20.00 Uhr zu gewährleisten. Auch ein Kindergarten am Campus kann dies nur schwerlich auffangen. Wahrscheinlich wurden bereits viele der oben genannten Punkte von anderer Seite bereits geäußert. Da wir als Fachschaftsrat bisher jedoch nicht die Möglichkeit hatten, unsere Meinung zu äußern, bitten wir Sie unsere Einwände zu bedenken und in die weiteren Planungen mit einzubeziehen.
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